Ich habe mich wirklich sehr gefreut über die Resonanz auf meine neueste Predigt. Angesichts der widrigen Umstände ihrer Entstehung hatte ich vorher Schlimmes befürchtet. Aber der Reihe nach:
Am Montag davor war ich noch völlig ratlos, welchen Text ich nehmen sollte, und eigentlich völlig platt von tagelangem Zelten vor dem Bahnhof und der sonntäglichen Tour zum Gutshaus Schlatkow (der Post dazu folgt).
Ab Dienstag machte mein Mann vier Tage lang Urlaub, als Ausgleich für meinen eigenen Coworking-Trip.
Ab Mittwoch hatten die Kinder hitzebedingt verkürzten Unterricht und waren entsprechend früher zuhause.
Am Donnerstag hatte ich für nachmittags und abends eine Betreuerin engagiert, um diesen Tag komplett bis spätabends zum Arbeiten zu nutzen. Kurz nach 16 Uhr wurde ich im Büro angerufen: der Jüngste war nicht wie abgemacht direkt von der Schule zum Fußballplatz gelaufen, um dort den Mittleren und die Betreuerin zu treffen und den Hausschlüssel zu übergeben, sondern hatte erst zuhause die Schultasche abgeworfen und den Schlüssel in der Wohnung liegengelassen. Die drei standen jetzt vor verschlossener Tür. Ich machte mich in der nachmittäglichen Bruthitze auf den Weg nach Hause, schloss die Tür auf, sprach ein paar Takte mit unserem Jüngsten und fuhr zurück ins Büro. 17:30. Kurz nach 20 Uhr rief mich der Älteste an. Auf dem Heimweg von der Skaterbahn war er auf der Straße grob rassistisch beleidigt worden und hatte die Polizei gerufen. Es ging ihm den Umständen entsprechend gut, aber ich beschloss, den Arbeitstag zu beenden, nach Hause zu fahren und den Großen für seine tolle Reaktion zu loben. Das war es dann mit meinem langen Donnerstag.
Am Freitagnachmittag schickte ich die Kinder nach draußen und hatte ein paar Stunden Zeit zum Arbeiten.
Am Samstag war Schulfest des Jüngsten, ich briet vormittags Buletten, half dann am Getränkestand und hatte eine gute Zeit. Ab 17 Uhr saß ich wieder an der Predigt und brachte sie noch bei Tageslicht zu Ende (wir haben ja Mittsommer).
So war das. Wie gesagt: Ich bin ganz froh, dass am Ende doch etwas halbwegs Ordentliches herauskam.